In einer gesunden und stabilen Beziehung sollten sich beide Partner*innen auf Augenhöhe begegnen. Treffen die folgenden Merkmale auf eure Beziehung zu, fehlt die Gleichberechtigung.
In einer nicht gleichberechtigten Beziehung hat der/die dominantere Partner*in die Zügel in der Hand. Der/Die andere wird eigentlich nicht nach seiner/ihrer Meinung gefragt und wenn doch, wird diese übergangen, solange sie nicht mit der der höhergestellten Person übereinstimmt. Diese trifft auch alle wichtigen Entscheidungen und der/die andere muss sich ihnen beugen und anpassen.
Für ein Ungleichgewicht in der Beziehung spricht ebenfalls die Tatsache, dass alles dafür getan wird, dass ein*e Partner*in glücklich ist. Das kann etwa bei der Wahl des Wohnorts, des Essens oder des Urlaubs passieren. Es wird gemacht, was der dominantere Teil möchte. Die Wünsche und Bedürfnisse des Gegenübers werden dagegen ignoriert.
Herrscht keine Gleichberechtigung in einer Partnerschaft, zeigt sich das oftmals auch darin, dass sich ein Partner*in alle Freiheiten herausnimmt (z.B. ständig und ohne Absprache mit anderen unterwegs sein, Aufgaben nicht erledigen). Der/Die andere hat das zu akzeptieren. Gleichzeitig muss er/sie die hohen Erwartungen (z.B. Haushalt perfekt machen, zu Hause warten) des*r Partner*in immer erfüllen, um ihm*r zu genügen.
Während der dominantere Part ständig für alles die volle Unterstützung ohne Widerworte des/r anderen erwartet, kann diese*r sich nicht darauf verlassen. Möchte der/die niedriger gestellte Person etwas Neues ausprobieren oder verändern, was nicht den Vorstellungen des*r höher gestellten entspricht, wird davon abgeraten oder es sogar verboten.
Kommt dir einer oder mehrere der Punkte bekannt vor, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du keine gleichberechtigte Beziehung hast. Vor allem, wenn du die weniger berechtigte Person bist, führt das dazu, dass du dich nicht ausleben kannst, dich verbiegen und zurückstecken musst. Du kannst einfach nicht du selbst sein. Willst du wirklich so leben?
Wichtig: Lautet deine Antwort "Nein", gilt es zu handeln. Suche das ehrliche Gespräch mit deinem*r Partner*in und stelle klar, wie du dir eine gleichberechtigte Beziehung vorstellst. Ein*e Paartherapeut*in kann euch dabei zur Seite stehen. Die Art, wie dein*e Partner*in darauf reagiert, wird dir zeigen, welche Konsequenzen du ziehen solltest.