Es gibt Bereiche, in denen es sich lohnt, ab und zu das Limit zu überschreiten, um voranzukommen, wie etwa beim Sport oder im Job. Deine persönlichen Grenzen solltest du jedoch immer respektieren und wahren. Dass dir das nicht so gut gelingt, erkennst du an diesen Anzeichen.
Als waschechten People Pleasern ist es uns besonders wichtig, dass es allen um uns herum – Familie, Freund*innen, Partner*in, Kolleg*innen, Haustier – gut geht. Das ist ein schöner Charakterzug, der von Nächstenliebe zeugt. Wenn deine Selbstliebe dabei aber auf der Strecke bleibt, weil du dich für das Glück anderer verantwortlich fühlst, alles dafür gibst und deine eigenen Bedürfnisse vernachlässigst, ist das sehr ungesund.
Stattdessen solltest du dir der/die Nächste sein und dich fürsorglich um dich kümmern – ähnlich wie du im Notfall im Flugzeug erst dir selbst die Sauerstoffmaske aufsetzen sollst. Wenn du dann noch Kapazitäten hast, darfst du die selbstverständlich für deine Liebsten einsetzen.
"Vanessa, könntest du mal kurz ...". Obwohl mein Bauchgefühl alle Zeichen auf Widerstand setzt und mein Kopf mir klar zu verstehen gibt, dass mein Terminplan schon mehr als voll ist, höre ich mich "Ja klar, mach' ich sofort", sagen. Und ich weiß, ich bin nicht allein damit, oder?
Natürlich gibt es Momente, in denen man nicht "Nein" sagen kann, auch wenn man es wollte. In mindestens genauso vielen Situationen (z.B. beim Umzug des Freundes einer Freundin helfen, die Nacktkatze der Tante sitten) hast du definitiv die Option, höflich aber bestimmt eine Grenze zu ziehen.
Weil du so viel Zeit darauf verwendest, für die Projekte andere zu leben oder ihnen Gefallen zu erweisen, schaffst du es seit Wochen nicht mehr zu deinem Pilateskurs, deinen Kurztrip mit den Mädels hast du auf unbestimmte Zeit verschoben und dein neues Buch liegt ungeöffnet auf dem Nachttisch. Fühlst du? Dann liegt hier eine klare Grenzüberschreitung vor.
Versuche mit allen Mitteln, die Balance wieder herzustellen und mehr von dem zu tun, was dir wirklich am Herzen liegt.
Wenn du ständig deine mentalen Grenzen übertrittst, wirkt sich das früher oder später auch auf deinen Körper und dein Wohlbefinden aus. Du fühlst dich vielleicht ausgelaugt, müde, erschöpft und hast keine Lust mehr, in deiner sowieso begrenzten freien Zeit, irgendetwas zu tun. Sogar Beschwerden wie Magengeschwüre können durch zu viel Stress und Co. entstehen.
Ist es schon soweit gekommen, solltest du unbedingt auf das Alarmzeichen deines Körpers hören und etwas ändern.
Extratipp: Mir hat es sehr geholfen, mit der Unterstützung einer Coachin, meine Grenzen überhaupt zu erkennen, zu benennen und aufzuschreiben. Damit hast du einen klaren Leitfaden und kannst dich darauf zurückbesinnen, wenn du mal wieder dabei bist, deine Grenzen zu überschreiten oder überschreiten zu lassen.