Ein Besuch auf der Buchmesse klingt für dich wie ein Ausflug in ein literarisches Paradies? Ja – und nein.
Ich war am Wochenende zum ersten Mal auf der Leipziger Buchmesse und musste feststellen, dass sich meine Vorstellung teilweise sehr von der Realität unterschieden hat.
Hier sind fünf Dinge, die dir keiner über deinen Besuch bei der Buchmesse verrät:
Ich habe mich mental schon darauf eingestellt, dass auf der Leipziger Buchmesse viel los sein wird. Schließlich fand in den Messehallen nicht nur die Buchmesse, sondern parallel auch die Manga-Comic-Con statt.
Trotz all der schönen Eindrücke war ich am Ende ziemlich erschlagen von den Menschenmassen! Wohin man auch wollte – Warten gehörte einfach dazu. Vor vielen Verlagsständen gab es Absperrungen, hinter denen sich lange Schlangen gebildet hatten. Auch bei beliebten Foto-Spots oder an den Merch-Ständen wurde es schnell eng. Und dann gibt’s ja noch die ganz normalen Bedürfnisse: mal eben auf die Toilette, ein Kaffee oder ein Snack zwischendurch – all das kostet Zeit und Geduld.
Wie lang die Schlange beispielsweise am begehrten Verlagsstand vom LYX war, zeigt eine Book-Influencerin auf TikTok:
Das Programm ist riesig, und FOMO (Fear of Missing Out) ist real. Meine Kollegin und ich haben uns einige Programmpunkte vorgenommen, doch vieles davon blieb am Ende des Tages unerledigt. Der Grund: Wir haben es schlichtweg nicht geschafft.
Mein Learning daraus: Plane ein paar Highlights ein, aber lass auch Platz für Spontanes. Die schönsten Buchmesse-Momente sind oft ungeplant.
Du denkst vielleicht: "Ich bin doch nur in einer Messehalle." Aber nein – du wirst kilometerweit laufen. Von Halle zu Halle, von Stand zu Stand, zur Lesung und zurück zur Garderobe.
Ich war am Samstag nur ein paar Stunden auf der Buchmesse (von ca. 14 Uhr bis 18 Uhr) und trotzdem habe ich fast 15.000 Schritte gemacht. Man unterschätzt die Entfernungen – und manchmal findet man Lesungen oder Talks auch nicht auf Anhieb, sodass man eine Extra-Runde durch die Hallen dreht.
Bequeme Sneaker sind also ein Muss – ebenso wie ein Rucksack, damit die gekauften Bücher Platz finden und man die Messe ohne Rückenschmerzen wieder verlässt.
Ich war fest davon überzeugt, dass man auf einer Buchmesse ständig Autoren und Autorinnen sowie Buchblogger*innen über den Weg läuft. Die Realität ist, dass diese zwischen Manga-Cosplay und BookTook-Fans auch leicht mal untergehen können.
Die Chance, dass du deinem Lieblingsautor auf dem riesigen Messegelände zufällig in die Arme läufst, ist demnach gar nicht so hoch. Wenn du bestimmte Autoren sehen willst, informiere dich am besten im Vorfeld über ihre Signierstunden, Lesungen und Talks. So gehst du auf Nummer sicher und bist hinterher nicht enttäuscht.
Besonders gefreut habe ich mich auf Lesungen und Talk-Runden mit meinen Lieblingsautor*innen. Allerdings hat sich meine Vorstellung sehr von der Realität unterschieden: Während ich mir die Lesungen in abgetrennten, ruhigen Räumen ausgemalt habe, in denen man die Autor*innen "für sich hat", bestand die Realität darin, dass die Lesungen direkt in den Messehallen stattfanden.
Der Lärm und die Hektik der Menschenmassen sind im Hintergrund immer noch zu hören und übertönen zum Teil die Lesungen, was sehr schade ist.
Nicht falsch verstehen – mein erster Besuch auf der Buchmesse war ein echtes Highlight! Ich hatte unglaublich viel Spaß, habe zwei neue Bücher, ein paar hübsche Merch-Schätze ergattert und bin mit vielen wunderbaren Erinnerungen im Gepäck zurückgekehrt.
Wenn du gerne liest, stundenlang auf BookTok versackst und am liebsten durch Buchläden streifst, dann solltest du dir den Besuch einer Buchmesse nicht entgehen lassen. Für einen kurzen Moment kannst du dem Alltag entfliehen und in fantastische Welten eintauchen – und mal ehrlich: Gibt es etwas Schöneres?
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