Emily Gilmore

"Gilmore Girls": 5 Fakten, die kaum jemand über Kelly Bishop kennt

Kelly Bishop auf der Premiere von "Gilmore Girls: A Year In The Life" | © GettyImages/Jason LaVeris
Überraschend ehrlich: Kelly Bishops bewegende Biografie enthüllt private Abgründe
© GettyImages/Jason LaVeris

Wir alle kennen und lieben sie als Emily Gilmore, Lorelais strenge Mutter und Rorys liebevolle Großmutter. Sieben Jahre lang verkörperte Kelly Bishop die willensstarke Emily Gilmore. Doch wer war eigentlich die Frau hinter Emily? Und wie war es für Kelly Bishop in eine der erfolgreichsten Serien aller Zeiten mitzuwirken?

In ihrer am 18. Februar erschienen Biografie "Das dritte Gilmore Girl. Vom Broadway bis nach Stars Hollow: Mein Leben im Rampenlicht" (hier bei Amazon bestellen) blickt die heute 80-Jährige auf eine lange Karriere mit vielen Höhen und Tiefen zurück.

Ich bin selbst ein großer Fan der Serie und habe die Biografie natürlich gelesen. Ob sich ihre Memoiren lohnen und welche Einblicke in die "Gilmore Girls"-Welt wir von Kelly Bishop bekommen, erfährst du hier.

1. Kelly Bishop war Tänzerin am Broadway

Kelly (gebürtig Carole Jane) Bishop wurde am 28. Februar 1944 in Colorado Springs geboren. Bis sie mit 55 Jahren ihre Kultrolle in "Gilmore Girls" ergatterte, arbeitete sie jahrelang als erfolgreiche Balletttänzerin in New York und wirkte in zahlreichen Broadway-Stücken mit. Mit dem Musical "A Chorus Line" gelang ihr 1975 ihr Durchbruch. Für ihre Darstellung der Sheila Bryant wurde sie mit einem Tony Award ausgezeichnet. 

Fun Fact: Edward Herrmann, der in der Serie ihren Ehemann Richard Gilmore spielte, erhielt im selben Jahr einen Tony Award.

2. Kelly Bishop spielte in Dirty Dancing mit

Nach dem Erfolg von "A Chorus Line" konzentrierte sich Kelly Bishop auf ihre Schauspielkarriere und konnte sich 1987 einen Part in dem Kultfilm "Dirty Dancing" sichern. Sie spielte die Rolle von Babys (Jennifer Grey) Mutter. 

Kelly Bishop und Jerry Orbach in Dirty Dancing | © IMAGO Images/Artisan Entertainment
Kelly Bishop und Jerry Orbach im Kultfilm "Dirty Dancing" (1987)
Foto: IMAGO Images/Artisan Entertainment

3. Sie mochte Emilys Charakter nicht 

In Kapitel 10 ihrer Biografie beginnt sie zu erzählen, wie sie damals einen Part in der Warner Bros-Serie "Gilmore Girls" erlangte. 

Es war Herbst, im Jahr 1999. Ein Großteil des Casts stand bereits fest, nur die Rolle der Emily fehlte noch. In den Augen von "Gilmore Girls"-Drehbuchautorin Amy Sherman-Palladino war bisher niemand gut genug gewesen. Bis Kelly Bishop zum Casting erschien.  

"Kelly war souverän, hatte eine Whiskey-Stimme und ein perfektes komödiantisches Timing", schreibt Amy im Vorwort der Biografie. Sie wusste von der ersten Minute an, dass sie die perfekte Emily war.

Ob Kelly Bishop und Emily Gilmore viel gemeinsam haben? In ihrer Biografie schreibt die Schauspielerin, dass sie sich wenig mit der Rolle identifizieren konnte. 

"Eine rechthaberische, unnachgiebige, nicht leicht zufriedenstellende Frau, mit der ich im wirklichen Leben nie befreundet wäre."

Trotzdem fand sie großen Gefallen an der Rolle. Sie schreibt, dass Emily sie an jedem Tag überrascht hat, und sie es nie langweilig fand, Lorelais unberechenbare Mutter und Richards Ehefrau zu spielen.

"Ich konnte eine kalte, herablassende, emotional distanzierte Mutter spielen, was unendlich mehr Spaß macht, als eine nette Mama zu verkörpern." 

4. Das waren ihre Lieblingsszenen mit Lorelai

Besonders in Erinnerung geblieben sind Kelly Bishop die schlagfertigen Wortwechsel mit Lorelai alias Lauren Graham

Die Bademantel-Szene, als Emily und Lorelai bei einem Wellness-Wochenende kurzerhand zwei Bademäntel aus dem Hotel mitgehen lassen, zählt zu ihren Lieblingsszenen in der Serie, die bei ihr nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Emily zeigt sich dort erstmals von ihrer verletzlichen Seite und fragt sich, warum sie ihrer Tochter nicht so nahe stehen kann wie Rory und Lorelai.  

"Ich war aber immer überzeugt, … dass Emily Lorelai genauso liebt wie Rory. Sie ist einfach frustriert, weil sie nicht den richtigen Draht zur ihr findet, und das verstärkt ihre kalte, ablehnende Art zusätzlich."

Während sie sich vor der Kamera ständig fetzten, führten Lauren Graham und Kelly Bishop eine sehr innige Beziehung. Bei ihrer ersten Begegnung mit Lauren hatte Kelly sofort das Gefühl, diese ewig zu kennen.

"Von der ersten Probe an verstanden wir uns bestens und vertrauten einander."

In der Biografie erwähnte sie es nicht, aber in Interviews hatte die Schauspielerin schon öfter betont, dass Lauren wie eine Tochter für sie war.

5. Sie war zweimal verheiratet 

Kelly Bishop schreibt in ihren Memoiren nicht nur über ihre Karriere, sondern gibt auch sehr viele private und intime Einblicke. 

Sie erzählt von der schwierigen Ehe ihrer Eltern und ihrem alkoholkranken und kaltherzigen Vater. Über ihre erste Ehe mit Peter Miller, der spielsüchtig war, und sie selbst in den Ruin trieb. Über ihre zweite Ehe mit Talkshowmoderator Lee Leonard, mit dem sie über dreißig Jahre lang glücklich verheiratet war, bis er 2018 nach seinem jahrelangen Kampf gegen Krebs verstarb.

Außerdem erzählt sie über ihren frühen Entschluss, keine Kinder zu wollen. Auslöser dafür war eine Bemerkung, die Kellys Mutter in ihrer Kindheit gemacht hatte: "Sobald du Kinder hast, wirst du nie mehr frei sein."

Da Freiheit und Unabhängigkeit für Kelly schon immer sehr wichtig waren, fasste sie schon als kleines Mädchen den Entschluss, keine Mutter werden zu wollen.

"Von meiner Kindheit an gehörte die Entscheidung, kinderlos zu bleiben, so unumstößlich zu mir wie meine Ethnie. Als Erwachsene blieb ich diesbezüglich kompromisslos."

Offen berichtet sie auch über ihre Abtreibung, die sie in ihren Dreißigern hatte, als sie ungewollt schwanger wurde. Für sie stand zu keinem Zeitpunkt fest, dass sie das Kind bekommen wollte und sie ist bis heute dankbar dafür, die legale Möglichkeit zur Abreibung gehabt zu haben.

Lohnt sich "Das dritte Gilmore Girl"? Mein Fazit

Ich habe Kelly Bishops Biografie gerne gelesen und fand es sehr spannend zu erfahren, wie ihre Karriere begann und wie erfolgreich sie bereits als Tänzerin war, bevor sie zum Schauspiel kam.

Während des Lesens ihrer Memoiren hat mich Kelly Bishop stellenweise durchaus an Emily Gilmore erinnert. Kelly wirkt genauso selbstbewusst und wortgewandt wie ihre Rolle. Sie hat sich in vielen Momenten behauptet und ihre Stimme erhoben, wenn sie sich unfair behandelt gefühlt hat. 

Ein wenig enttäuscht war ich darüber, dass Kellys Zeit bei "Gilmore Girls" nur einen kleinen Teil der Biografie ausmacht. Ich weiß, dass es Sinn macht, da es schließlich "nur" um sieben Jahre ihres Lebens geht. Trotzdem hatte ich mir mehr erhofft. Mehr Anekdoten, mehr Einblicke und Insider. Vielleicht bin ich aber schon so tief im "Gilmore Girls"-Universum drin, dass ich viele Dinge bereits wusste.

Übrigens: Ursprünglich wollte Kelly Bishop ihr Buch "At the Ballet" nennen. Lustigerweise war es eine Begegnung mit einem Fan, die sie dazu brachte, den Titel zu ändern. Ein Teenager sprach sie auf einer Tankstelle an und erzählte, dass Emily seine Lieblingsfigur sei und sie für ihn "das dritte Gilmore Girl" verkörperte.

Das dritte Gilmore Girl, Biografie von Kelly Bishop | © PR
Foto: PR
  • Preis: 20 Euro

  • Seiten: 240

  • mvg Verlag

  • Erschienen am 18. Februar 2025

 

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