Achtsamkeit

Psychologie: 5 Anzeichen, dass Selbstfürsorge in Selbstzerstörung übergeht

Junge Frau vor blauem Himmel. | © Getty Images/Dmytro Betsenko
Me-Time oder Isolation? Wenn aus gesunder Achtsamkeit eine Gefahr wird.
© Getty Images/Dmytro Betsenko

Selbstfürsorge ist essenziell für unser Wohlbefinden - wenn wir uns Zeit für uns nehmen, klare Grenzen setzen und uns bewusst um unsere körperliche und mentale Gesundheit kümmern. Doch was, wenn aus dieser liebevollen Selbstzuwendung plötzlich eine Form der Selbstzerstörung wird? Eine Gefahr, an die wir selten denken, wenn wir uns Gutes tun wollen.

Doch genau das kann passieren: Selbstfürsorge kann kippen und zum Mittel der Vermeidung, Isolation oder sogar Selbstsabotage werden. Das sind fünf Anzeichen, dass aus Selbstfürsorge Selbstzerstörung wird.

1. Me-Time wird zur Isolation

Kurze oder lange Me-Time-Rückzüge sind wichtig, doch wenn man immer häufiger soziale Kontakte meidet und das Bedürfnis nach Ruhe in totale Isolation umschlägt, kippt die Selbstfürsorge ins Ungesunde.

Wer anfängt nach Ausreden zu suchen, um Verabredungen abzusagen oder sich in seinem Rückzugsort regelrecht vergräbt, sollte dieses Verhalten hinterfragen.

2. Genuss wird zur Flucht

Ein Wellness-Tag, Schokolade auf der Couch oder Binge-Watching können wunderbar sein – solange es in Maßen geschieht.

Wer diese Dinge nutzt, um Probleme dauerhaft zu verdrängen oder unangenehmen Emotionen aus dem Weg zu gehen, verlässt den Bereich der gesunden Selbstfürsorge. Statt echter Erholung entsteht dann ein Muster der Vermeidung, das langfristig belasten kann.

3. Grenzen setzen wird zur Abschottung

Es ist gesund, klare Grenzen zu setzen, um sich vor Überforderung und toxischen Beziehungen zu schützen. Doch wer immer häufiger Nein sagt und sich von wichtigen Menschen oder Chancen zurückzieht, schottet sich hinter dem Bedürfnis nach Selbstschutz ab.

Dadurch verliert man irgendwann die Verbindung zu anderen – und letztlich auch zu sich selbst.

4. Selbstliebe wird zur Selbstgerechtigkeit 

Sich selbst anzunehmen, ist ein wichtiger Teil der Selbstfürsorge. Doch wenn Selbstliebe in eine Haltung der Selbstgerechtigkeit oder Nachlässigkeit umschlägt – nach dem Motto „Ich bin halt so, also muss ich nichts verändern“ – kann das die persönliche Weiterentwicklung sabotieren.

Wahre Selbstfürsorge bedeutet viel mehr: Nämlich sich auch ehrlich mit den eigenen Schwächen auseinanderzusetzen.

5. Entspannung wird zur Prokrastination

Sich Pausen zu gönnen, ist wichtig. Doch wer sich ständig mit dem Argument der Selbstfürsorge vor unangenehmen, aber notwendigen Aufgaben drückt, bremst sich selbst aus. Echtes Wellbeing entsteht nicht nur durch Entspannung, sondern auch durch das Bewältigen von Herausforderungen.

Balance ist der Schlüssel 

Selbstfürsorge sollte dich stärken, nicht schwächen. Achte deshalb darauf, ob deine Gewohnheiten dich wirklich aufbauen oder ob du sie unbewusst als Ausrede nutzt, um dich vor Verantwortung, Wachstum oder Herausforderungen zu drücken.

Die wahre Kunst der Selbstfürsorge besteht darin, eine gesunde Balance zu finden – zwischen Rückzug und Verbindung, Genuss und Verantwortung, Entspannung und Aktivität. Weil echte Selbstfürsorge nämlich bedeutet, für sich selbst da zu sein – nicht vor sich selbst wegzulaufen.

 

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