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Psychologie: 5 Gedanken, die nur Perfektionisten kennen

Person sitzt auf Stufen vor Gebäude | © Getty Images/Oliver Rossi
Würdest du dich selbst als perfektionistisch beschreiben?
© Getty Images/Oliver Rossi

Dich anzustrengen und immer dein Bestes zu geben, ist eine tolle Eigenschaft. Hast du aber einen Hang zum Perfektionismus, kann dich das eher bremsen und unglücklich machen. Dann kennst du vielleicht auch diese nagenden Gedanken.

1. "Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Das kriege ich nie hin."

Hast du eine perfektionistische Ader, kann dich das lähmen. Denn du setzt dich selbst so sehr unter Druck, dass du lieber gar nicht mit einer Aufgabe anfängst oder eine wichtige Entscheidung triffst. Das sorgt dann für noch mehr Stress, je knapper die Zeit dafür wird und die Wahrscheinlichkeit, dass es gut läuft, wird geringer.

Tipp gegen Prokrastination: Erinnere dich aktiv daran, dass nichts perfekt sein muss, aber es überhaupt nicht gelingen wird, wenn du nicht anfängst. Und dann startest du mit einem Mini-Schritt (z.B. Laptop aufklappen), der leicht zu schaffen ist, nach dem anderen.

2. "Ich mache so lange weiter, bis es perfekt ist."

Neben dem Vermeiden von To-dos kann dich dein Perfektionismus auch dazu treiben, dich zu überarbeiten. Nämlich dann, wenn du nicht begreifen kannst, dass es unmöglich ist, alles perfekt zu erledigen, und deshalb einfach immer weiter an etwas feilst.

Im schlimmsten Fall kann dich das in ein Burnout oder eine Depression führen. Daher solltest du dich selbst stoppen lernen. Überlege dir am besten schon vor einer Aufgabe, mit welchem Ergebnis du zufrieden wärst und arbeite nur solange, bis das erreicht ist – ohne dich jedes Mal zu fragen, ob es nicht doch noch besser geht.

3. "Habe ich auch wirklich alles gut durchdacht?"

Ich habe selbst eine perfektionistische Stimme in mir, die mir immer mehr Möglichkeiten und Szenarien vorspielt, die eventuell eintreten könnten. Häufig sind die natürlich total überzogen, negativ behaftet und ziemlich unrealistisch.

Mithilfe meiner Coachin konnte ich daran schon viel arbeiten. Ein Trick ist es, sich selbst dabei zu erwischen, wenn man in die Overthinking-Spirale gerät und es zu unterbrechen. Das geht zum Beispiel, indem du aufstehst, dich einmal um die eigene Achse drehst und dir selbst sagst: "Ich habe alle so gut durchdacht, wie es geht, und kann meiner Einschätzung vertrauen."

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4. "Das sollte ich lieber selbst machen. Ich weiß am besten, wie es geht."

Nicht selten fällt es Perfektionist*innen immens schwer, Aufgaben und damit ihre Kontrolle darüber, wie etwas erledigt wird, abzugeben. Stattdessen machen sie alles lieber allein. Die Gefahr: Es wächst dir über den Kopf, du bist gestresst und kannst es am Ende gar nicht so gut meistern, wie du es dir wünschst.

Es ist möglich zu lernen, anderen zu vertrauen und Dinge zu delegieren. Vielleicht beginnst du zunächst im Kleinen. Welche Mini-Aufgabe kannst du probeweise abgeben, deren Ergebnis auch gar nicht so perfekt sein muss (z.B. eine Tätigkeit im Haushalt)? Schnell wirst du merken, dass auch andere etwas super hinbekommen, und erleichtert sein, weil du es nicht mehr tun musst.

5. "Wenn ich das nicht perfekt schaffe, bin ich ein peinlicher Versager."

Perfektionimus und Scham sind best Buddys. Wäre es dir nämlich egal, ob du mal einen Fehler machst, etwas nicht (beim ersten Mal) schaffst oder was andere über dich denken, müsstest du überhaupt nicht perfektionistisch sein. Und dich nicht dafür niedermachen, wenn du etwas nicht erreichst.

Doch, wie ich gelernt habe, ist Perfektionismus oft ein Schutzmechanismus, der uns davor bewahren will, uns als "ungenügend" und "nicht liebenswert" zu fühlen. Allerdings ist das keine gute Lösung für ein entspanntes, happy Leben. Schaffst du es nicht, deine perfektionistische Ader loszuwerden oder zumindest einzudämmen, kann ich dir die Arbeit mit einem*r Therapeut*in oder Coach*in nur empfehlen.

 

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